18.03.2009
Baby-Boom in
der einheimischen Säugetierwelt
März
/ April ist die Zeit, in der die ersten Säugetiere
ihre Jungen zur Welt bringen, damit diese bis
zum Sommer ihre
Selbständigkeit erlernen können und das
beschützte
Mutternest verlassen.
Diese Zeit wird auch für unseren Tierschutzverein
immer wieder zur
Herausforderung, da mit dem Baby-Boom auch die Pflege
verwaister
Wildtiere beginnt, ob nun berechtigt, weil die Mutter
beispielsweise
überfahren wurde oder nur aus Unwissenheit der Menschen, die
meinen, ein kleines Wildtier retten zu müssen, weil
die
Mutter nicht zu sehen ist.
Um
so wichtiger ist unsere Aufgabe die Menschen über
die Natur der
Wildtiere aufzuklären. Denn nicht jedes allein sitzende
Wildtier
braucht unsere Hilfe!
So gehört der europäische Feldhase (Lepus europaeus,
PALLAS 1778) zu den sogenannten Nestflüchtern. Nach
einer
Tragzeit von ca. 42 Tagen erblicken die kleinen
Häschen
sehend und behaart das Licht der Welt, wie auch unsere, als
Haustier gehaltenen Meerschweinchen. Schon nach ein paar Tagen
beginnen die Häschen mit der Aufnahme von
fester
Nahrung. Die Säugezeit beträgt bis zu 5
Wochen und
findet ca. drei mal täglich für 5 -
10 Minuten
statt. Die Jungiere werden bei der Geburt
nicht wie
die Wildkaninchen (Oryctolagus
cuniculus,
LINNAEUS 1758), die nackt und blind zur Welt kommen, in ein
Nest
geboren, sondern lediglich auf einer oberirdischen Fläche
abgesetzt und von der Mutter allein gelassen und lediglich zum
Säugen besucht. Die Fellzeichnung bzw.
Färbung bietet
den kleinen Häschen eine Tarnung, die sich auf braunen oder
gelblichem Untergrund verläuft. Dennoch kommt es oft genug
vor,
dass Spaziergänger die kleinen Kerlchen entdecken und nach
längerem Warten beschließen, dass das
Häschen von der
Mutter allein gelassen wurde und Hilfe benötigt! Dennoch ist
meist
das Gegenteil der Fall!
Autor: J.
Schmidt
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