Myxomatose (Kaninchenpest)

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Oryctolagus cunniculus Linnaeus, 1758

 
Bild 1 und 2: Oryctolagus cunniculus, Myxomatose ;
(Schmidt, J. 2009)

Bei der Myxomatose oder auch Kaninchenpest handelt es sich um eine Virusinfektion beim Wild- und Hauskaninchen, ausgelöst durch einen Pockenvirus.

Die Übertragung des Virus erfolgt über blutsaugende Arthropoden aber auch eine direkte Übertragung von Kaninchen zu Kaninchen über Körpersekrete, Ausscheidungen infizierter Tiere oder über Grünfutter ist möglich. Eine Übertragung des Myxomatose-Virus auf den Menschen ist nicht bekannt.

Ursprünglich wurde das Virus, ca. um 1950, zur Bekämpfung von Kaninchenpopulationen in Australien eingesetzt, welches in der Vergangenheit kaninchenfrei war. Die dort sich verbreitenden Tiere stammten aus Europa. Diese biologische Bekämpfung führte jedoch zu einer Selektion resistenter Tiere und nicht zur Ausrottung des "Problems".

Bei den in Europa lebenden Kaninchen äußert sich die Infektion durch Schwellungen und Entzündungen im Bereich des Kopfes (siehe Bild 1 und 2) und des Genitalbereiches und durch Schluck- und Atembeschwerden. Die Infektion endet meist tödlich. Eine Heilung ist jedoch in Einzelfällen möglich. Die Tiere erlangen dabei keine lebenslange Immunität und bleiben Überträger der Krankheit.

Als vorbeugende Maßnahme kann bei den Hauskaninchen eine Impfung durchgeführt werden und ist auch empfehlenswert, besonders bei Kaninchen in der Außenhaltung.

Jessica Schmidt
Biologin

Literatur:
Modrow, S.; Falke, D.; Truyen, U. (2003): Molekulare Virologie, 2. Auflage. Spektrum, Heidelberg.
Ewringmann, A. (2005): Leitsymptome beim Kaninchen. Enke, Stuttgart.
Gabrisch, K.; Zwart, P. (2005): Krankheiten der Heimtiere, 6. Auflage. Schlütersche Verlagsgesellschaft, Hannover.